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Stiftung Mandacaru

Die „Fundação Mandacaru“ (Mandacaru-Stiftung) ist eine politisch, religiöse und ideologisch unabhängige Nicht-Regierungsorganisation (NGO). Die Stiftung wurde im Januar 2002 von brasilianischen und deutschen Ärzten und Pädagogen sowie Repräsentanten eines Elendsviertels (favela) in Fortaleza, der Hauptstadt des Bundesstaates Ceará im Nordosten Brasiliens, gegründet. „Mandacaru“ ist ein Symbol für Widerstandskraft. Der Name ist die volkstümliche Bezeichnung eines Kaktus, der unter den unwirtlichen Bedingungen im Landesinneren Brasiliens überlebt und selbst größten Dürren standhält. Laut Überlieferung steht er für Hoffnung und Leben, weil der blühende Kaktus den baldigen Regen nach der Trockenzeit ankündigt.

Der Beginn

Begonnen hat alles im Jahre 2000 mit Kontrollmaßnahmen gegen parasitäre Erkrankungen, die von einer Gruppe von brasilianischen und deutschen Ärzten in diesem Gebiet durchgeführt wurden. Es kam es zu intensiven Gesprächen mit führenden Köpfen der Gemeinde. Daraus wurde klar, dass nur integrative Ansätze, die Gesundheits- und soziale Projekte verbinden, die Lebensbedingungen nachhaltig verbessern können. Als dringendster Wunsch aus der Bevölkerung wurde dabei zunächst neben den medizinischen Aktivitäten ein Kindergarten genannt.

Dieser Kindergarten, samt Küche, Dusch-, Büro- und Lagerraum konnte mit viel Überzeugungsarbeit und Eigeninitiative als erste Maßnahme in einem typischen Haus in der favela mit einer Fläche von 28 m2 eingerichtet werden. Nicht nur die Kindergartenkinder, sondern auch deren Familien profitierten: Ältere Geschwister mussten nicht mehr auf die Jüngeren aufpassen, sondern konnten selbst zur Schule gehen, während Mütter die Möglichkeit hatten zu arbeiten.

Die ersten Erfolge

Der Erfolg und die Anerkennung in der Gemeinde und vor allem das Lachen der Kinder ermutigte uns zum Weitermachen: Die Initiative wurde im Rahmen einer gemeinnützigen Stiftung, der Mandacaru-Stiftung, im Jahre 2002 organisiert. Mit Hilfe einer Spende konnte auf einem angrenzenden Grundstück ein zweistöckiger Erweiterungsbau errichtet werden, der den aus allen Nähten platzenden Kindergarten entlastete und seitdem als Basis für vielfältige gesundheitliche und soziale Projekte genutzt wird.

Das Ansehen der Stiftung Mandacaru in der Bevölkerung und in der Öffentlichkeit hat seitdem stetig zugenommen. Die Aktivitäten wurden auf andere Altersgruppen und Bereiche erweitert, um den Teufelskreis aus Armut, schlechter medizinischer Versorgung, Gewalt und unzureichender Ausbildung zu durchbrechen.

Die Stiftung Mandacaru hat sich nun zu einer festen Institution in der favela entwickelt, auf die die Menschen in ihrer unsicheren Umgebung zählen können. Sie ist aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Es herrscht ein reges Treiben, und circa 150 Personen kommen täglich zur „Fundação“, um an den verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen.